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Die identitäts-falle

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Erfolg schützt nicht vor der systemischen Verwechslung von Rolle und Person. Viele Unternehmer geben ihre Identität an der Garderobe ab, sobald sie das Büro betreten. Sie tauschen ihr Ich gegen eine Funktion ein.


Es gibt diese Geschichte von einem CEO, der nach seinem Rückzug plötzlich keine Einladungen mehr zu den wichtigen Terminen bekam. Er suchte den Fehler bei der Post, aber die Wahrheit war simpel. Niemand hatte jemals ihn eingeladen. Die Einladungen galten ausschließlich seinem Titel. Ohne das Schild an der Tür war er für das System unsichtbar.


Genau hier liegt der Fehler in der Struktur.

Wer die eigene Identität an eine Position koppelt, die einem nicht gehört, baut auf Treibsand. Was bleibt eigentlich noch übrig, wenn man morgen den Zugang zum Server sperrt und die Privilegien streicht.

Wenn die Antwort darauf Schweigen ist, fehlt es an Substanz unter der Oberfläche.


Wir jagen oft einem Bild hinterher, das wir gar nicht füllen können. Wir wundern uns dann, wenn das System irgendwann den Dienst quittiert.

Es ist ein massiver Unterschied, ob man eine Rolle nutzt, um Ergebnisse zu erzielen, oder ob man diese Rolle ausfüllen will, bis nichts anderes mehr bleibt.

Das eine ist Führung, das andere ist der Verlust der Basis.


Wer sich nur über den beruflichen Output definiert, macht sich austauschbar. Wer ohne Titel nichts ist, war auch mit Titel nie wirklich jemand.

Das ist ein hoher Preis für ein bisschen Prestige, oder?

 
 

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